Start
PlattenBlatt
Gorbitz
Netzfunde

http://www.edition-buchshop.de/presse/0114001001432191585.jpg?PHPSESSID=7441e19cdcc562db2955d6ba198f5e30

Posted by Mathias Körner, SPD on Donnerstag, 21. Mai 2015

 

 

 

Neubaugebiet Dresden-Gorbitz

 

 

 

"Um 1200 entwickelte sich die heutige Kesselsdorfer Straße zu einer wichtigen Handelsroute.

 

Der Ort-Gorbitz, wegen seiner Hanglage auch Stadt am Hang genannt, ward bereits 1206 als Ort mit Namen „Grubewicz“ (=altsorbisch, kleiner Hügel, Anhöhe) bekannt.

 

Anno 1412 fand dies Dörfchen erstmalig urkundliche Erwähnung.

 

Magdalena Sybilla, sächsisch kurfürstliche Gemahlin, erwarb ab 1644 große Teile von Gorbitz zuzüglich Felder und ließ außerdem Weinberge und eine Gutsbrauerei anlegen. Als eines der bevölkerungsreichsten Dörfer um Dresden, lebten in Gorbitz Winzer, Branntweinbrenner, Zimmersleut, Tagelöhner und auch Bergarbeiter der Steinkohle. Ein Relikt für die Bergbaugeschichte ist die noch heute gastronomisch genutzte „Leutewitzer Windmühle“, welche zum Abpumpen des Grubenwassers genutzte wurde.

 

Weiterhin befand sich hier 1872 eine Kapelle der Diakonenanstalt aus welcher sich später die Gemeindekirche von Obergorbitz entwickelte.

 

1921 wurde Gorbitz der Stadt Dresden eingemeindet.

In den 30er Jahren befanden sich hier ein Ziegelwerk und der „Gasthof Obergorbitz“, in ihm zog nach dem 2. Weltkrieg das Dresdner Trickfilm-Studio der DDR ein. Darin wurde das Sandmänchen gebohren, weshalb es ebenfalls ein Gorbitzer ist.

 

Ab 1975 erfolgten auf der landwirtschaftlich genutzten Gorbitzer Frischluftschneise, welche im unbebauten Zustand vor 1945 auch für den Luftverkehr entscheidend war, Baugrund-Untersuchungen. Als Basis hierfür gilt das 1972 beschlossene staatliche Mammut-Projekt „Wohnungsbau-Programm der DDR“, mit welchem man auch in Gorbitz ein ökonomisches und ökologisches Wohnungsgebiet für heute ca. 20.000 Menschen unter modernen Gesichtpunkten gebar. Für die strukturelle Gestaltung war vor allem der Stadtplaner Dipl.-Ing. Jörg Bösche, der einen reizbrettlichen Ideen-Wettbewerb, welcher für Gorbitz durch die staatlichen Organe ins Leben gerufen wurde, gewann und diesem mit seinen Kollegen Dipl. Komplex-Architekt Günther Trepte und Dr. Ing. Arnold Körner realisierte.

 

Umgesetzt wurde diese Aufgabe überwiegend mit der Wohnungs-Bau-Serie 70/Dresden (WBS 70/Dresden), welche in Zusammenarbeit zwischen der TU-Dresden und der Bauakademie der DDR entstand. Die für die nun entstehenden Gorbitzer Neubausiedlung patenstehenden Grundrichtlinien für modernes Wohnen aus der „Charta von Athen“, stammen aus der Hand des Star-Architekten Le Corbusier, der zu den einflussreichsten und bedeutendsten Architekten des 20 Jahrhundert gehört.
Herzstücke des Stadtteils sind eine skulpturartige 4er Wohnhochhaus-Gruppe im blau-weißem Kachelkleid, eine blühende Kirschbaum-Allee als japanisches Staats-Gastgeschenk und die 1985 errichtete Mittelachse. Diese als Park angelegte Flanier-Höhen-Promenade beherbergt neben einem hangabwärts gerichteten Panoram-Stadtblick 4 Pavillons mit kleinen Geschäften, eine idyllische Stadtteil-Kneipe mit Biergarten und ein Kunst-Club mit Kino.
Ein weiteres fast schon philosophisches Kernstück dieses vor Kurzem zum grünsten Ort gekürten Dresdner Stadtteils ist der politische Grundgedanke jener 40 DDR-Jahre. Er fundierte darauf, dass breite Bevölkerungsschichten sich im Bezug auf gleiche Bildung, Einkommen und auch komfortable Wohnungen angleichen. Dies geschahr auch in Gorbitz durch die monumentalistisch arrangierte Plattenbau-Weise.

Innerhalb eines Jahrzehntes vom Spatenstich 1981 bis 1990 wurden Wohnungen und medizinische Versorgung, Kultureinrichtungen und Kindergärten, Schulen und Seniorenheime, Parkanlagen und Sportstätten, Straßen und optimale Gegebenheiten fürs öffentliche Verkehrsnetz neben einer Feuerwehrstation etabliert.

Sehr schön ist hier die historisch-architektonische Entwicklung des industriellen Bauens in der DDR sichtbar. Denn 1982 wurden die "Grundsätze für sozialistische Entwicklung von Städtebau und Architektur in der DDR" beschlossen. Aus ihnen geht hervor, dass vermehrt von offenen Baustrukturen zu geschlossen übergegangen werden soll. Vermutlich liegt es daran, dass die Planungen für Gorbitz bereits vor 1982 beendet waren und deshalb in diesem Neubaugebiet vorwiegend eine Bebauung in offenen Zeilen (siehe Omsewitzer Ring) Verwendung fand und erst im letzten Bauabschnitt geschlossene Baustrukturen (siehe Würfelbebauung in der Harthaer Str. 2-28 und ein Teil der folgenden Lise Meintner Str.) intergriert wurden.

Weil es derartige Bauvorhaben, besonders in diesen Größenordnungen, in demokratischen Staaten nicht geben wird, finden schon jetzt kulturhistorische Stadtführungen und experimentelle Kunstprojekte in und durch Gorbitz statt. Das Neubaugebiet Gorbitz war eines der letzte Großsiedlungsgebiete des DDR-Wohnungsbaupogramms. Während der Staat, welcher diese Siedlung ersonnen hatte demontiert wurde, war Gorbitz noch im zuende gehenden Aufbau begriffen.

 

Ab 1994 wurden neben der Ergänzung der Infrastruktur durch Einkaufszentren oder Erlebnisbädern zielgerichtet an der Verbesserung und Umgestaltung von DDR-Typischen Mangelerscheinungen gearbeitet.

Ab dem Millennium wurden verkehrstechnische Verbesserungen umgesetzt.

 

Zum 25. Geburtstag des Stadtteils anno 2006, krönten die ehemaligen Gorbitzer und heutige Filmemacher Uta Hergert und Marcel Raabe diesen einzigartigen Stadtteil mit Ihrem prämierten Dokumentarfilm „Platte mit Aussicht“.

          

Heute zählt Gorbitz, nicht zuletzt wegen seiner vielen Studenten, zu den begrüntesten, jüngsten und ruhigsten Stadtteilen. Aus diesem Grund gestaltete man den „Gorbitzer Park“, den „Stadtblick-Park“ und ein Programm für die hier ansässige Volkshochschule mit Kochkurs-Studio.Seit dem im März 2008 im Himalaja stattgefundenem Aufstand von Tibeter, wiegt sich jeden Tag die in China verbotene Tibetische Staatsflagge in Gorbitz-der Stadt am Hang, weit über den Köpfen aller Dresdner als Solidaritäts-Bekundung und Denkanstoß auf dem Dach der Harthaer Str. 20, im Wind.

 
Mathias Körner anno 2008

 

 

 

 

 

*Klick-Verbindungen ins Internet:

-Zimmer und Gastronomie:

-Freizeit:

-Bildung und Kultur:

-Konsumeinrichtungen

-Stadtteilseiten:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

01062015 1660 259

Besucherzähler Free

Homepage kostenlos erstellt mit Web-Gear

Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der Autor dieser Webseite. Verstoß anzeigen